Vom Winde verweht

Von Castro nach Fonsagrada

Eine weitere Nacht in einem „Hotel“ liegt hinter uns. In Ermangelung ausreichender übernachtungsmöglichkeiten hatte Ingrid ein Doppelzimmer im Hotel Casa Freiia in Castro vorbestellt. Nach Ankunft standen wir vor verschlossener Tür. Eine Nachbarsfrau führt uns zur Herberge 50m schräg gegenüber. Die Herbergbetreiberin geht mit uns zurück zum Hotel, schließt auf und zeigt uns die Zimmer. Es war ein altes Steinhaus was modern und interessant hergerichtet wurde. Die Betreiberin kommt erst um 17 Uhr. Wir können uns schon mal einrichten. Alles weitere später mit ihr besprechen. Um es kurz zu machen, Abendessen und Frühstück entfällt. Das nehmen wir jeweils in der Herberge ein. Die junge Frau ist nett, hoch engagiert, macht Essen von guter Qualität und ist immer am lachen. Das Hotel wird nur von Pilgern bewohnt. Jeder bekommt einen Schlüssel eine Kurzeinweisung, kann die Küche benutzen aber nur dann wenn man selber das Essen mitbringt. Eine Möglichkeit zum Einkaufen gibt es im Ort allerdings nicht.

Kapelle direkt neben der Herberge

Nach dem Frühstück laufen wir los. Leicht ansteigend durch den Wald. Im Nächsten Ort drehen wir, streng nach Muschelbeschilderung, eine Ehrenrunde um die Kirche um weiter entlang der Landstraße in Richtung „großer Berg“ mit einer Reihe von Windrädern zu laufen. Es geht heftig bergauf. Der Wind nimmt zu. Von den angekündigten 22 Grad sind wir weit entfernt. Die anfängliche Sonne verschwindet hinter schwarzen Wolken. Der Anstieg will nicht enden. Der Wind nimmt weiter zu. Die Windräder rotieren um ihr Leben und jaulen um Mitleid. Mein Puls rast und die Herzfrequenz nähert sich einem untrainierten Hochleistungssportler. Endlich auf 1100m angekommen geht es wieder abwärts.

Die Windräder laufen auf Hochtouren

Das Café im Tal ist unser. Es zu erreichen aber eine Qual. Sibirischer Sturm, natürlich ohne Schnee, müssen wir in der Talschneise erst überstehen. Am Café angekommen der Schock. Es ist „friedlich besetzt“ von Pilgern. Zwei Tische und eine Theke im Gastraum lassen nicht viel zu. Es reicht für eine Cola und ein belegtes Brötchen. Die Zeit im Café ist seit den 50er Jahren stehen geblieben. Die Reinigung der sanitären Anlagen auch. Die Cola kommt aus der Büchse und das belegte Brötchen, na kommt bestimmt frisch vom Bäcker und die Pfeffersalami vom selbigen Metzger.

Café mit Erlebnisfaktor

Frisch gestärkt und mit warmer Kleidung geht es weiter. Wir kommen nach Galizien und zu Hinweistürmen mit Muschel und km Angabe bis Santiago de Compostela.

Ein wirklich schöner Anblick
Selbst neben der Pausenbank steht eine Kapelle
Schöne Landschaft
Natur pur

Der Anstieg nach Fonsagrada ist dann noch einmal eine, für den heutigen Tag, letzte Herausforderung. Die erst beste Herberge nehmen wir. Essen können wir uns selber in der Küche kochen und der nächste Supermarkt ist nicht weit, macht aber erst um 18 Uhr auf.

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